Der Stern von Indien

Der Stern von Indien

Kino: Historisches Drama trifft Bollywood 10.08.2017 

Von Marie Eickhoff


Die Aufgabe ist klar: Sie sollen Indien in die Unabhängigkeit begleiten. Deshalb kommen Lord Mountbatten und seine Frau Lady Edwina nach Delhi. Sie ziehen in den größten Palast Indiens ein. Denn Lord Mountbatten soll nach dem zweiten Weltkrieg der letzte britische Vizekönig in Indien sein und die britische Besetzung beenden. Frei zu sein von den Briten – das finden die Bewohner Indiens gut. Jedoch wollen nicht alle weiterhin gemeinsam in einem Land leben.

300 Millionen Hindus und Shiks wohnen damals in Indien sowie 100 Millionen Muslime. Die muslimische Minderheit möchte nicht mehr zu Indien gehören, sondern ein eigenes Land haben: Pakistan. Im Film „Stern von Indien“ geht es daher um eine Trennung - die Trennung eines Landes nach Religionen.

Der Hindu Jeet und die Muslima Aalia müssen für ihre Liebe kämpfen. Bilder: TOBIS FILM GmbH
Der Hindu Jeet und die Muslima Aalia müssen für ihre Liebe kämpfen. Bilder: TOBIS FILM GmbH

Jeet und Aalia hoffen auf ein gemeinsames Indien. Nur dann haben sie als Paar eine Zukunft. Denn Jeet ist Hindu und Aalia ist Muslima. Sie arbeiten beide im Palast. Die Geschichte ihrer Liebe verleiht dem Film etwas Bollywood-Charakter. Regisseurin Gurinder Chadha wollte aber einen Film machen, der auch in Europa gern gesehen wird. Das ist ihr gelungen. Chadha ist bekannt für Filme wie "Kick it like Beckham". Dass sie in ihrem neuen Film ein historische Geschichte verarbeitet, hängt mit ihrem eigenen Leben zusammen. Ihre Großeltern waren damals bei der Teilung Indiens dabei. Das war vor genau 70 Jahren.

"Oh, was wir brauchen, ist nicht Vernunft. Wir brauchen eine viel stärkere Macht", sagte Mahatma Gandhi damals. Er meint die Macht der Liebe. Während die Streite zwischen Hindus und Muslimen wachsen, glaubt er immer noch an ein freundschaftliches Miteinander, dass die Seiten vereinen wird. Doch die Kämpfe werden so extrem, dass Vizekönig Mountbatten entscheidet: Wir müssen das Land trennen. 80 Prozent alles nationalen Vermögens gehen an Indien, 20 Prozent an Pakistan. Alles wird aufgeteilt. Die Teller und Bücher im Palast, und auch die Menschen müssen sich entscheiden, zu welchem Land sie gehören wollen.

Es wird ernst. Es entstehen ein unabhängiges Indien und ein eigenständiges Pakistan. Am ersten Tag fühlen sich noch alle befreit, aber dann bildet sich ein riesiger Flüchtlingsstrom. Die Hindus müssen nach Indien, die Muslime nach Pakistan. Dabei sterben eine Million Menschen.

"Der Stern von Indien" ist ein spannender Spielfilm mit prominenter Besetzung. Zum Cast gehört zum Beispiel Michael Gambon, der als Dumbledore aus Harry Potter bekannt ist. Auch der Soundtrack ist toll. Sehr orientalisch. Besonders berührend ist an dem Film jedoch, dass er sich zwischendurch ganz aktuell anfühlt. Die Geschichte zeigt, was passiert, wenn Unterschiede in der Religion über dem gemeinsamen Wunsch nach Freiheit stehen.

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