Der Dom wird zur Poetry-Slam-Bühne

Der Dom wird zur Poetry-Slam-Bühne

Einmaliges Erlebnis begeistert Publikum 28.11.2016 

Von Juliane Fröhling (Text) und Christiane Christiansen (Fotos)

Kunstvolle Wortgefechte zwischen Altar und Kirchenbänken? Zwischendurch angeregte Gespräche und Diskussionen beim Publikum in der Kirche? Poetry Slam im Hohen Dom zu Paderborn – geht das? Rund 660 Menschen aus allen Generationen geben eine einstimmige Antwort auf das einmalige Ereignis.

Die drei Finalisten Florian Wintels, Michael Goehre und Sandra Da Vina (v.l.) freuen sich über die tolle Atmosphäre.
Die drei Finalisten Florian Wintels, Michael Goehre und Sandra Da Vina (v.l.) freuen sich über die tolle Atmosphäre.

„Wir waren noch nie bei einem Poetry Slam, aber auch noch nie im Dom. Wir sind echt gespannt.“ So wie Stefanie (34) und Judith (20) dürften sich wohl am Donnerstagabend vor dem Poetry Slam einige gefühlt haben. Zum ersten Mal findet der Kult-Slam im Paderborner Dom statt. Dompropst Joachim Göbel ist überzeugt: „Ich bin sicher, dass dieser Ort genau der richtige ist, nicht nur um zu beten, sondern auch zum Nachdenken, Verzweifeln oder Streiten anregt.“ Etwas ärgern würde er sich allerdings schon, Prediger und kein Slammer zu sein bei den vollen Bänken mit vielen jungen Leuten heute, gibt er mit einem Schmunzeln zu. „Ich hoffe, die Menschen gehen vielleicht mit mehr Fragen nach Hause, als sie hergekommen sind!“

Dann geht es endlich los. Karsten Strack vom Lektora-Verlag heizt der Menge ein: „Unglaublich, das ist ganz schön groß.“ Mit donnerndem Applaus und lautem Jubel erinnert der Dom an eine Bahnhofshalle. Einige sitzen auf Decken auf dem Boden, die Shoppingtüten sind dabei. Draußen gibt es Glühwein, Kakao und Bier. Sieben Wortkünstler und Künstlerinnen treten in einem Wettstreit gegeneinander an. Jeder hat sechs Minuten Zeit, einen eigens ausgedachten Text zu präsentieren. Die zuvor zufällig ausgewählte Jury aus dem Publikum entscheidet selbst, wer nach zwei Runden den Pokal entgegennehmen darf.

Dompropst Joachim Göbel begrüßt die Menschen im vollen Dom.
Dompropst Joachim Göbel begrüßt die Menschen im vollen Dom.

Die Organisatoren von der Bonifatius-Buchhandlung und dem Lektora-Verlag warten mit einem hochkarätigen Teilnehmerfeld auf: Dean Ruddock, Sandra Da Vina, Stefan Dörsing, Michael Goehre, Daniela Sepheri, Florian Wintels und Sarah Lau setzen sich mit Themen wie Liebe, Orientierung und dem Leben auseinander, die alle betreffen. Mit geschickter Wortakrobatik, viel Gestik und Mimik bringen sie das Publikum zum Nachdenken und zum Jubeln. In Runde zwei stehen anschließend die besten Drei Slammer: Sandra Da Vina, Michael Goehre und Florian Wintels.

Der Paderborner Florian Wintels entscheidet das Rennen für sich. Sein zweiter Text zum Thema die letzten Worte vor dem Tod schließt passend mit: „Danke für die schöne Zeit, wir sehen uns dann!“ Auch die Religionspädagogikstudentinnen Sophia (20), Miriam (21) und Anna Lena (22) sind sich am Ende einig: „Das ist ganz cool im Dom. Es ist gut, dass sich die Kirche für sowas öffnet, denn das sind wirklich Botschaften, die bei den Leuten ankommen und den Nerv der Zeit treffen.“

Ein Wunsch bleibt aber auch bei einigen anderen: Beim nächsten Mal könnten sich die Themen der Slammer noch ein bisschen mehr auf das Thema „Kirche“ beziehen. Gegen eine Wiederholung in diesem besonderen Raum und Rahmen hat mit Sicherheit keiner was einzuwenden – ja, Poetry Slam im Dom, das geht!

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