"Gott sieht euch an und findet euch sehr gut"

"Gott sieht euch an und findet euch sehr gut"

10. YOUNG MISSION-Weekend in Hardehausen 25.09.2017 

Von Marie Eickhoff

Wenn Luftballons und Liegestühle vorm Jugendhaus Hardehausen stehen, ist YOUNG MISSION-Weekend. Vergangenes Wochenende fand es zum 10. Mal statt. Dabei ging es um das Thema Schöpfung, und dass Gott #allesgut findet, was er geschaffen hat.

Sie näht ihre Pullover selber. Da ist Maren konsequent. Ihr roter Pulli sieht mit der Kapuze und den dicken Kordeln aus wie teure Markenkleidung, aber er ist ein Unikat - selbstgemacht. Maren Hanswillemenke aus Neuenkirchen ist Fairness wichtig. "Wir haben es gut in Deutschland", sagt sie bei der Vigilfeier am Samstagabend vom 10. YOUNG MISSION-Weekend in Hardehausen. Dafür ist sie sehr dankbar und sie möchte so leben, dass es anderen auch gut geht. Deshalb kauft sie zum Beispiel ihr Brot beim Biobäcker und ihre Kleidung bei Labels, die sie fair produzieren. Alles, was sie nicht findet, versucht sie selbst zu machen. Diese besondere Lebenshaltung hat mit Marens Glauben zu tun. "Wir Menschen sind die Krone der Schöpfung." Den Ausdruck findet sie manchmal etwas missverständlich, doch für sie bedeutet das: "Dass wir zuständig sind für die ganze Schöpfung. Dafür, sie zu erhalten."

Levi Ehrich und Maren Hanswillemenke schneiden den YOUNG MISSION-Geburtstagskuchen mit Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder an.
Levi Ehrich und Maren Hanswillemenke schneiden den YOUNG MISSION-Geburtstagskuchen mit Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder an.

Vor den großen Glaswänden in der neu gestalteten Kirche im Jugendhaus Hardehausen ist es grün. Große Bäume stehen da - mit festem Stamm und satt grünen Blättern. "Gott sah alles an, was er geschaffen hatte und es war sehr gut." So steht es in der Schöpfungsgeschichte. "Gott sieht euch an und findet euch sehr gut", sagt Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. In seiner Katechese beschreibt er, was es bedeutet, die Schöpfung zu bewahren. Zum Beispiel auf den Umweltschutz zu achten. So dürfe es nicht egal sein, wenn irgendwo auf der Welt ein Hurrican ist. Das geht dann alle an. Aber nicht nur die Natur ist von Gott geschaffen, sondern auch die Menschen. Auf die muss deshalb ebenso geachtet werden. Als Stephan Schröder die YOUNG MISSION-Teilnehmer ansieht, streckt er seinen Arm aus und hält seinen Daumen nach oben. "Daumen hoch" - so findet er die jungen Menschen hier.

Zum 10. YOUNG MISSION gibt es einen Baum und Kuchen. Der Baum wächst ab jetzt auf dem Gelände des Jugendhauses, vor dem alten Kornhaus. Dort fand auch die Geburtstagsfeier statt, abends mit DJ und Partymusik. Das gemeinsame Feiern gehöre bei YOUNG MISSION dazu, erklärt Dirk Lankowski vom Leitungsteam. "Die jungen Menschen hier sollen erfahren, dass wir unseren Glauben feiern." Das geht in der Kirche und bei der Party danach. YOUNG MISSION soll zum Wachstum der Kirche beitragen. "Ich wünsche mir, dass die Leute hier gestärkt werden, eine junge Liturgie erleben und davon erzählen. Sie sollen ermutigt werden, auch selbst Projekte in ihren Gemeinden vor Ort zu gestalten." Im nächsten Jahr sind neben den YOUNG MISSION-Weekends besondere Aktionen geplant. Zum Beispiel eine Medientagung im Januar, Glaubenskurse für Jugendliche und eine Convention in Dortmund. "Das wird spirtuell und fachlich stark", sagt Dirk Lankowski.

Party in der Schmiede. Nach der Vigilfeier in der Kirche wird bei YOUNG MISSION weitergefeiert.
Party in der Schmiede. Nach der Vigilfeier in der Kirche wird bei YOUNG MISSION weitergefeiert.

Wenn Levi Ehrich im Sauerland erzählt, was er beruflich macht, kommt zuerst: "Boah echt?" Er ist Missionar der katholischen Glaubensgemeinschaft Shalom. "Das ist immer eine Überraschung für alle, die das hören", erzählt er. Levi ist 24 Jahre alt, hat braune Locken und ein smartes Lächeln. Er kommt aus Brasilien. Mit einer kleinen Gruppe seiner Gemeinschaft wohnt er jedoch seit einigen Monaten in Arnsberg. Als Missionar möchte er anderen eine Erfahrung mit Gott ermöglichen. "Ich möchte sie nicht überzeugen", also nicht überreden, sondern einfach seinen Glauben leben und erklären. Mit seiner Gemeinschaft macht er viel Musik. Das ist eine Form, wie er seinen Glauben ausdrückt.

Außerdem betet Levi jeden Tag, am liebsten wenn es still ist. Sein Tipp: "Nimm dir einfach erstmal 10 Minuten Zeit..." Beten sei Übungssache. "Das ist wie im Fitnessstudio: beim ersten Mal schwierig, aber dann wird es langsam einfacher." Manchmal hat er nicht so Lust, mit Jesus zu reden "Das ist wie in jeder Beziehung. Aber ich weiß, dass er mein bester Freund ist. Deshalb komme ich jeden Tag aus mir raus." Ob Gott die Menschen wohl noch mag, wenn er sieht, wie sich seine Geschöpfe entwickelt haben? Da ist Levi sicher. "Gut ist nicht, was mich umgibt, sondern was in mir ist. Da kann Gott sehr froh sein, wenn er sieht, was in uns steckt."

Das Motto vom 10. YOUNG MISSION-Weekend war #allesgut. Das Gefühl, dass alles gut ist, hat Ilka Schneider (18, Warburg) vor allem, wenn sie mit ihren Freunden Zeit verbringt. "Die machen einen Scherz und schon bin ich glücklich." Francis Buchholz (19, Lichtenau) mag es besonders, wenn seine ganze Familie vereint ist. "Wenn einfach jeder da ist." Das sei schon länger nicht mehr vorgekommen, aber das findet er richtig schön. Für Laura Gödde (14, Meschede) fühlt sich alles gut an, wenn sie mit ihrem Pferd ausreitet. "Dann kann ich alles vergessen." Dann gibt es nur noch die Natur und sie. Ihre Freundin Gesine Osebeuel (14) hatte eine chaotische Woche. Sie war auf Klassenfahrt. Da war sie froh als sie nach Hause kam, keiner da war und sie ihre Ruhe hatte. Da war sie erleichtert und dachte "jetzt ist alles gut".

Bildergalerie 10. YOUNG MISSION

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